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Land des Monats Januar 2010: Ukraine PDF Drucken
Land des Monats UkraineDas nach Russland zweitgrößte Land Europas besitzt großes wirtschaftliches Potenzial. Zugute kommt der Ukraine auch die günstige geografische Lage. Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Land jedoch stark getroffen – vor allem wegen seine Abhängigkeit von Rohstoffexporten und Schuldenfinanzierung. Dennoch bleibt das osteuropäische Land attraktiv sowohl als Produktionsstandort wie auch als Absatzmarkt.


Mittelständische Unternehmen sollten sich aber über die Bedingungen vor Ort genau informieren, da vieles anders ist als hierzulande. Die Behörden vor Ort haben andere Spielregeln. Es gibt auch oft eine besondere  Preisgestaltung und die Landessprache ist wegen ihrer anderen Schreibweise ziemlich kompliziert. Die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2012 zusammen mit Polen könnte dem Land aber neue wirtschaftliche Impulse geben.

Mühsame Fortschritte

Der zweitgrößte Staat Europas hat seit seiner Unabhängigkeit 1991, die etwa zeitgleich mit dem Ende der Sowjetunion erfolgte, politisch und wirtschaftlich nur mühsam Fortschritte gemacht.  Dies ist vor allem auf die politische Zerrissenheit zwischen reformwilligen Kräften, welche die Ukraine in die EU bringen wollen und politisch an Russland angelehnte Bewegungen zurückzuführen. Von Vorteil für die Ukraine und ihre EU-orientierten Parteien ist jedoch, dass die EU im September 2008 ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine abgeschlossen hat sowie dass es dann auch mit dem Beitritt des osteuropäischen Landes zur Weltwirtschaftsorganisation WTO geklappt hat.

Die wirtschaftlichen Wachstumskurven des Landes in den 90er Jahren zeigten aufgrund niedriger Ausgangswerte deutlich nach oben. Das BIP pro Einwohner wurde in fünf Jahren nahezu vervierfacht. Doch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 konnte die Ukraine weniger gut als andere Staaten verkraften. Der Druck aus Russland wegen höherer Erdgaspreise verschlimmerte die Situation noch weiter. Auch die Währung wurde zeitweise im Verhältnis zum US-Dollar immer schwächer, was die Probleme bei verschuldeten Betrieben und Haushalten vergrößerte. Dass der Internationale Währungsfonds im November 2009 der Ukraine finanzielle Unterstützung mit einer zweistelligen US-Dollar- Milliardensumme zusagte, stärkte die Stellung der Banken im Land aber zumindest wieder.

2008 stieg die wirtschaftliche Wachstumsrate immerhin noch um 2,1 %. 2009 ist jedoch ein Rückgang im zweistelligen Bereich zu erwarten. 2010 könnte die Wirtschaft aber schon wieder neuen Schwung aufnehmen. Bedenklich ist jedoch der starke Preisauftrieb. 2008 betrug die Inflationsrate rund 25 %. Da wirkte sich besonders der stark gestiegene Energiepreis wegen der teureren russischen Erdgaslieferungen aus. 2010 wird jedoch wieder mit einer etwas schwächeren Inflationsrate gerechnet, weil die Konsumneigung 2009  insgesamt nachließ.

Die Industrieproduktion nahm seit der Unabhängigkeit des Landes von Jahr zu Jahr zu, ehe sie sich 2008 und 2009 wieder abschwächte. Die Metall- und die Nahrungsmittelindustrie sowie der Maschinenbau bilden die Stützpfeiler der Industrieproduktion. Zur Entstehung des Bruttoinlandsprodukts tragen hauptsächlich Eisen- und Metallindustrie bei. Der Dienstleistungssektor wird aber auch immer wichtiger.

Für eine Wirtschaftsbelebung könnten die Konjunkturprogramme, insbesondere das Programm für den Straßenbau, sorgen. Neuer Schwung ist auch zu erwarten, wenn 2011 das Freihandelsabkommen mit der EU in Kraft tritt, welches das bisherige Partnerschaftsabkommen der EU mit der Ukraine ablösen soll. Freilich hat die Ukraine dann auch noch nachzuarbeiten, unter anderem, was das öffentliche Beschaffungs- und Auftragsvergabewesen sowie die Korruptionsbekämpfung betrifft.

Arbeitsproduktivität
Die Arbeitsproduktivität gemessen am BIP je Erwerbstätigen in der Ukraine ist auf einem niedrigen Stand.. Nach Angaben des  World Competitiveness Yearbook betrug  diese pro Arbeitskraft und Stunde in US-Dollar 8,28 (Zum Vergleich: Deutschland 39,87, China 4,15). Vertreter der Weltbank verwiesen 2009 in diesem Zusammenhang auf die großen ineffizienten Betriebe. Die Lohnkosten halten sich aber auf einem für ein europäisches Land sehr niedrigem Niveau. 2008 betrug der durchschnittliche Monatslohn in der Ukraine umgerechnet rund 230 Euro.

Tipp!
Statistische Zahlen
Für weitere Informationen zu einzelnen Marktindikatoren siehe Ukrainisches Amt  für Statistik : www.ukrstat.gov.ua Ukrainisch, Russisch, Englisch). Besonders detailliert gibt es Zahlen aus den einzelnen Regionen zu fast allen Bereichen des Wirtschaftslebens wie zum Beispiel Konsumpreisindex, Inflation, Industrieproduktionspreise, Löhne, Haushaltseinkommen oder Arbeitsmarkt.

Rankinglisten
In den für die Gesamteinschätzung einer nationalen Wirtschaft bewährten Rankinglisten nimmt Ukraine keine vorderen Plätze ein.  Im Coface-Country Risk Rating gab es zuletzt nur ein C, was dem Standard westlicher Industrienationen nicht entspricht und auf eine noch unsichere wirtschaftliche und politische Weiterentwicklung hinweist. In der Länderklassifizierung der Exportkreditgarantien liegt Ukraine ebenfalls auf den hinteren Plätzen. Beim Transparency Internationals Corruption Perceptions Index 2009, der knapp 200 Staaten umfasst, schneidet die Ukraine im internationalen Vergleich schlecht  ab. Bestechung und Korruption ist  dort also in vielen Bereichen an der Tagesordnung. Darauf sollte man sich ggf. einstellen.

Coface- Länderrisikorating 2009
Entgeltklassifizierung (Euler Hermes)
Oktober 2009
Korruptionsindex 2009 (Transparency International)*
Italien
C (zum Vergleich: Russland B)
Kategorie 7 (zum Vergleich: Weißrussland 7)
CPI-Punktewert 2,2 (146. Stelle; zum Vergleich: Bulgarien  3,8; 71. Stelle)

Tab. 2: Länder-Rankinglisten
 Quellen: Coface@rating, AGA der Bundesrepublik Deutschland, Transparency International
* CPI bezieht sich auf das von erfahrenen Geschäftspersonen und Länderanalysten wahrgenommene Ausmaß der Korruption und rangiert zwischen 10 und 0.

Negative Handelsbilanz
Die Aufnahme des Landes in die Welthandelsorganisation WTO 2008 begünstigt den Außenhandel. Allerdings erreichte das Außenhandelsdefizit 2008 eine neue Rekordhöhe. Obwohl die Warenexporte 2008 deutlich zunahmen stieg das Defizit auf Dollarbasis gerechnet auf rund 18 Mrd. US-Dollar. Im darauffolgenden Jahr brachen die Ex- wie auch die Importe drastisch ein. Nach Angaben des ukrainischen Statistikamtes ging in den ersten neun Monaten 2009 das Außenhandelsdefizit jedoch zurück. Der Saldo lag in dieser Zeit bei rund 4 Mrd. US-Dollar, während er im Vorjahreszeitraum bei 14 Mrd. US-Dollar lag. 

Wichtigste Exportgüter der Ukraine sind Eisenmetalle. 2008 hatten diese einen Anteil am Export von rund 40 %. Diese Abhängigkeit, vor allem vom Stahlexport, führte 2009 zu dem drastischen Exportrückgang. Nahrungsmittel kamen 2008 auf einen Anteil von etwa 15 %, während auf Maschinen und Aggregate rund 10 % entfielen. Hauptabnehmer der ukrainischen  Exportgüter waren 2008 Russland, auf das etwa ein Viertel des gesamten Exportvolumens entfiel, gefolgt von Türkei und Italien.  Deutschland  kam nur auf einen Anteil von knapp 3 %.  Viele deutsche Firmen haben also die Einkaufschancen in der Ukraine noch gar nicht erkannt.

Hauptlieferland war 2008 wie schon die Jahre zuvor Russland.  Das hat aber vor allem mit dem Energieimport zu tun und den höheren Preisen für Öl und Gas zu tun, die Russland von Jahr zu Jahr in die Höhe treibt. An zweiter Stelle folgt aber bereits Deutschland mit einem Anteil von mehr als 8 %, dicht dahinter Turkmenistan und China mit 6 bis 7 %. Die wichtigsten Liefergüter waren Mineralien mit einem Anteil von fast 30 %. An zweiter Stelle lagen Maschinen  mit einem Anteil von fast 16 %,, gefolgt von Transportmitteln mit rund 14 %.

Negative Handelsbilanz
Die Aufnahme des Landes in die Welthandelsorganisation WTO 2008 begünstigt den Außenhandel. Allerdings erreichte das Außenhandelsdefizit 2008 eine neue Rekordhöhe. Obwohl die Warenexporte 2008 deutlich zunahmen stieg das Defizit auf Dollarbasis gerechnet auf rund 18 Mrd. US-Dollar. Im darauffolgenden Jahr brachen die Ex- wie auch die Importe drastisch ein. Nach Angaben des ukrainischen Statistikamtes ging in den ersten neun Monaten 2009 das Außenhandelsdefizit jedoch zurück. Der Saldo lag in dieser Zeit bei rund 4 Mrd. US-Dollar, während er im Vorjahreszeitraum bei 14 Mrd. US-Dollar lag. 
Wichtigste Exportgüter der Ukraine sind Eisenmetalle. 2008 hatten diese einen Anteil am Export von rund 40 %. Diese Abhängigkeit, vor allem vom Stahlexport, führte 2009 zu dem drastischen Exportrückgang. Nahrungsmittel kamen 2008 auf einen Anteil von etwa 15 %, während auf Maschinen und Aggregate rund 10 % entfielen. Hauptabnehmer der ukrainischen  Exportgüter waren 2008 Russland, auf das etwa ein Viertel des gesamten Exportvolumens entfiel, gefolgt von Türkei und Italien.  Deutschland  kam nur auf einen Anteil von knapp 3 %.  Viele deutsche Firmen haben also die Einkaufschancen in der Ukraine noch gar nicht erkannt.

Hauptlieferland war 2008 wie schon die Jahre zuvor Russland.  Das hat aber vor allem mit dem Energieimport zu tun und den höheren Preisen für Öl und Gas zu tun, die Russland von Jahr zu Jahr in die Höhe treibt. An zweiter Stelle folgt aber bereits Deutschland mit einem Anteil von mehr als 8 %, dicht dahinter Turkmenistan und China mit 6 bis 7 %. Die wichtigsten Liefergüter waren Mineralien mit einem Anteil von fast 30 %. An zweiter Stelle lagen Maschinen  mit einem Anteil von fast 16 %,, gefolgt von Transportmitteln mit rund 14 %.

Wachstumsrate
Bruttoinlandsprodukt (%)

WachstumsrateBruttoinlandsprodukt (%)
2007
7,9
2008
2,1
2009 F
- 14,.0
2010 F
2,5
BIP pro Einwohner (USD)
3.070
3.900
2.800
3.200
Inflationsrate (%)
12,8
25,2
16,3
10,5
Arbeitslosenquote (%)
6,4
6,4
9,5
9,0
Exporte (Mrd. USD)
49,2
67,5
38,1
42,5
Importe (Mrd. USD)
60,7
85,5
46,5
49,5
Ausländische Direktinvestitionen (Mrd. USD)
9,5
10,2
5,0
 
Haushaltssaldo in % des BIP
– 1,4
– 1,9
– 5,0
– 2,5
F = Prognose
Tab. 3: Wirtschaftliche Basisdaten
 Quellen: Bayerische Landesbank,  Ukrainische Nationalbank, Ukrainisches Amt für Statistik, eigene Prognosen

Deutschland zweitgrößtes Lieferland
Der Handel mit Deutschland wird für die Ukraine immer wichtiger. Das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten  Staat kletterte 2008 auf mehr als 8 Mrd. Euro. Dabei erzielt Deutschland zuletzt immer einen Ausfuhrüberschuss. 2008 lag dieser bei fast 5 Mrd. Euro. Vor allem Maschinen aus Deutschland sind in der Ukraine begehrt. Sie umfassten 2008 fast ein Viertel der  deutschen Exporte. Aber auch Kfz und Kfz-Teile made in Germany waren stark nachgefragt. In der deutschen Exporthitliste stand die Ukraine 2008 unter allen Staaten immerhin an 32. Stelle.

Auf der Importseite kam es dagegen nicht zu starken Zuwächsen. Deutschland bezog 2008 vor allem Eisen und Stahl aus der Ukraine. Diese umfassten mehr als ein Viertel des gesamten Importvolumens. Textilien und Bekleidung aus der Ukraine waren mit einem Anteil von 12,5 % ebenfalls stark nachgefragt. Dass bisher kaum Kfz und Kfz-Teile aus der Ukraine nachgefragt wurden, weist daraufhin, dass gegebenenfalls günstige Produktionsmöglichkeiten dort von deutschen Firmen überhaupt noch nicht genutzt werden.

2006
2007
2008
2009 F
Exporte (Mrd Euro)
1.3
1.5
1.8
0,9
Importe (Mrd. Euro)
4.9
5.9
6.5
3.2

F = Prognose
Tab. 4: Handelsbilanz der Ukraine mit Deutschland
 Quellen: Bayerische Landesbank, Eurostat, Ukrainisches Amt für Statistik, Statistisches Bundesamt, eigene Prognosen

Hinweise für den Geschäftsaufbau

Informationen und Kontakte
Deutsche Firmen, die den ukrainischen  Markt in Osteuropa für ihre Geschäftsaktivitäten oder das  vorhandene Know How für Produktionsinvestitionen nutzen wollen, sollten sich dies gründlich überlegen und ihr Engagement entsprechend vorbereiten. Informationen und hilfreiche Kontakte hierzu werden sowohl in Deutschland wie in der Ukraine angeboten.
Zunächst gilt es, Informationen  zu sammeln, zu sichten und zu bewerten. Einen ersten Überblick bieten die Informationen der Germany Trade and Invest (www.gtai.de) und des Außenwirtschaftsportals ixpos (www.ixpos.de). Mit ersten Fragen kann man sich an die internationalen Abteilungen der Industrie- und Handelskammern (IHK) oder Handwerkskammern (HK) vor Ort in Deutschland wenden. Besonders die IHK Düsseldorf und IHK Rhein-Neckar haben als einen ihrer Länderschwerpunkte Ukraine (siehe www.duesseldorf.ihk.de/produktmarken/Aussenwirtschaft/Auslandsmaerkte/
Ukraine/index.jsp
und www.rhein-neckar.ihk24.de/produktmarken/international/Landinfo/Europa/Osteuropa/UA_
Gesamt.jsp
). Auch das Außenwirtschaftsportal Bayern hat viele interessante Informationen zur Ukraine (http://www.aussenwirtschaft-bayern.de/) gesammelt. Aktuelle Informationen gibt es vor allem beim zuständigen Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft in Kiew(http://ukraine.ahk.de)  das auch noch zwei Zweigstellen in Dnjepropetrowsk und Lviv (Lemberg) hat. Als aufschlussreiche Informationsquellen können auch die Webseiten der staatlichen Investitionsagentur und der Ministerien der Ukraine dienen, die meist
zweisprachig (Ukrainisch und Englisch) sind. Informations- oder Sprechtage einzelner deutscher IHK  bieten ebenfalls die Gelegenheit, bei Länderexperten näher nachzufragen. 

Wenn es bereits darum geht, Geschäftskontakte zu suchen und zu knüpfen, können elektronische Handelsplattformen, Datenbanken und Firmenpools nützlich sein, etwa das e-trade-center der deutschen Auslandshandelskammern
(http://www.e-trade-center.com/). Wer sich in der Datenbank „Geschäftswünsche“ der gtai einträgt, kann ebenfalls schnell Adressen von in Frage kommenden Geschäftspartnern finden.
Der nächste Schritt, nämlich direkte persönliche Geschäftskontakte zu knüpfen, ist schnell mit Wirtschaftsdelegationsreisen einzelner Bundesländer getan. Eine bayerische Delegationsreise unter der Leitung der  Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel fand z.B. im April 2009 statt. Auf Einkäuferreisen und Kooperationsbörsen können ebenfalls Geschäftskontakte geknüpft werden. Im Rahmen der Exportinitiative Energieeffizienz  wurde z,B. eine AHK-Geschäftsreise im Dezember 2009  in der Ukraine durchgeführt.

Tipp
Vermarktungshilfeprogramm

Für mittelständische Unternehmen aus den neuen Bundesländern gibt es ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertes Vermarktungshilfeprogramm (VHP), das meist jedes Jahr neu stattfindet und den Absatz von Produkten und Leistungen auf ausgewählten Auslandsmärkten verbessern soll. Im Mittelpunkt eines Projektes 2009 stand die Markteinführung von innovativen Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Bauwirtschaft, Infrastruktur und Kommunalwirtschaft auf dem ukrainischen Markt. In diesen Bereichen gibt es auch gute Chancen.  Ansprechpartner hierfür  ist unter anderem die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukarine (Webadresse s. Kapitel 7).
 
Aussichtsreiche Branchen
Moderne Industriebranchen werden auch in der Ukraine immer wichtiger für die Wirtschaftsentwicklung, auch wenn die zahlreichen Bodenschätze – angeblich besaß die Ukraine rund 20 % aller Bodenschätze der ehemaligen Sowjetunion – immer noch beachtlich sind. In moderner Industrietechnik, sei es im Maschinenbau, Straßenbau oder in der Energie und Umweltbranche,  können vor allem deutsche Firmen punkten.

Im Einzelnen:

– Maschinenbau
Der Maschinenbau ist in der Ukraine vergleichsweise gut aufgestellt, auch wenn er 2009 unter Stornierungen und mangelnden Aufträgen unter anderem auch aus dem für diese ukrainische Branche wichtigen Exportmarkt Russland. zu leiden hatte. Vor allem traf es den Werkzeugmaschinenbau. Der  Energiemaschinenbau und der Maschinenbau  für Erdöl- und Erdgaswirtschaft spürte dagegen kaum etwas von der  Krise.

Insgesamt gesehen führt die Ukraine aber mehr Maschinenbauprodukte ein als sie ausführt. Die Chancen für deutsche Hersteller, Aufträge aus der Ukraine zu erhalten, sind deshalb gut, auch wenn das manchen noch nicht klar ist. Insbesondere Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen deutscher Herkunft wurden in den vergangenen Jahren geordert.

Tipp
Um kleine und mittelständische ukrainische Maschinenbauunternehmen kennenzulernen und gemeinsame Geschäftschancen auszuloten,  reicht es seit einigen Jahren schon, sich auf der Hannovermesse umzusehen. Die EU fördert nämlich deren Beteiligung an dieser Messe genau zu diesem Zweck.

 
– Bau
In der Baubranche gibt es in der Ukraine viel aufzuholen. Dies gilt vor allem für den Infrastrukturausbau, insbesondere für den Straßenbau. Das Fernstraßennetz genügt nicht
den internationalen Ansprüchen für den Straßengüterverkehr. Auch im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 muss noch viel für den Straßenausbau gemacht werden. Leider entspricht das Ausschreibungswesen in der Ukraine noch nicht internationalen Maßstäben, sonst könnten ausländische Firmen den größten Nachholbedarf schnell beseitigen helfen. Deutschen Firmen bieten sich vor allem Zulieferchancen, etwa bei Ausrüstungen zur Kanalsanierung.

Tipp
Ausländische Unternehmen sollten in diesem Bereich eventuell mit kleinen Pilotprojekten anfangen. Das empfehlen nach Korrespondentenberichten zumindest internationale Finanzorganisationen. Internationale Kredite und umfangreiche Staatshausmitteln ergeben jedoch ein etwas anderes Bild. Das ukrainische Straßenbauprogramm (siehe www.ukravtodor.gov.ua ) ist bisher das einzige Konjunkturprogramm des Landes, das seinen Namen wirklich verdient. Nähere Informationen sind auch über das Deutsch-Ukrainische Bauzentrum in Kiew zu erhalten (siehe www.bzk.com.ua )

– Chemie
Der Aufschwung der ukrainischen Wirtschaft hat auch die Chemiebranche vorangebracht. Die Pharmazeutikfirmen profitierten zudem von dem größeren Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Wie ein gtai-Korespondent 2009 aus der Ukraine berichtete, lässt der immer noch sehr niedrige Pro-Kopf-Verbrauch von Arzneimitteln für die kommenden Jahre ein beachtliches Wachstumspotenzial vermuten. Umsatzmäßig ist in der Ukraine die  Mineraldüngerindustrie in der Spitzengruppe dabei.

Gerade in der traditionell starken Düngerindustrie besteht jedoch ein großer Modernisierungsbedarf. Zudem könnten  staatliche Hilfen für die Landwirtschaft dieser Branche zu zusätzlichen Umätzen verhelfen. Das eröffnet ebenfalls Chancen für deutsche Firmen. Deutsche Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren aber auch Exporterfolge bei Pharmazeutika, Pflanzenschutzmitteln sowie Farben und Lacke erzielt.

– Energie- und Umwelttechnik
Das Energiethema steht in der Diskussion in der Ukraine meist ganz oben an. Wie die Regierung in Kiew 2009 selbst bekannt gab, liegt der Energieverbrauch des Landes liegt weit über dem entsprechenden Weltdurchschnitt. Dies war vor allem auf die Industriebranchen gemünzt, die mit veralteten Verfahren ihre Produkte wie etwa Stahl erzeugen. Immerhin gibt es in einigen Energieeinsparungsbereichen in der Ukraine neue Vorschriften, die sich inzwischen an denen in westeuropäischen Ländern anlehnen. Dazu gehören zum Beispiel neue Normen im Bereich der Wärmedämmung.

Für deutsche Unternehmen eröffnen sich in diesen Bereichen vielfältige Lieferchancen, da sie bereits über entsprechende moderne Technik und Materialien verfügen. Das gilt auch für die Bioenergienutzung, also die energetischen Nutzung  von Biomasse. Da gibt es in der Ukraine gerade im landwirtschaftlichen Bereich ein großes Entwicklungspotenzial. Dies stellte auch eine Veranstaltung 2009 in der deutschen Botschaft in Kiew zum Auftakt eines Kooperationsprojekts zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe fest. 

Quelle: Export Plus, Praxisinformationen für Export- und Zollverantwortliche im Unternehmen

 

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